Die Hansekogge

Die Flotte der Hanse - sie war die größte ihrer Zeit - bestand im 14 Jh. aus rund 100 000 Tonnen Tragfähigkeit. Die Hansekoggen waren Fracht - und Kriegsschiffe zugleich.

Die 100 bis 200 Tonnen tragenden gewölbten hochbordigen Koggen waren klinkerbeplankte Einmaster mit je einem großen viereckigen Rahsegel, die sich besonders gut für den Massentransport eigneten.

Da die Schiffe oft mit wertvollen Gütern beladen waren, fanden sich auch schnell "die Wölfe" der Schiffahrt ein. Die Seeräuber, auch Vitalienbrüder oder Likedeeler genannt, wurden zur ernsten Gefahr für die Hanseschiffahrt. Erfolgreich konnte die Hanse mit Waffengewalt gegen sie vorgehen. Mit der spektakulären Enthauptung ihrer letzten Anführer Gödicke Michel und Klaus Störtebeker endete das auffällige Piratenunwesen im Ost- und Nordseeraum.

Die Hauptmerkmale einer Kogge sind :

Ein Koggenspant aus der Zeit vor 1228 ist im Kulturhistorischen Museum in Rostock zu besichtigen. Es wurde bei Ausgrabungen im Rostocker Katharinenkloster gefunden und stammt wahrscheinlich von einem abgewrackten Schiff und wurde als nicht mehr verwendbares Holz mit weiteren Siedlungsabfällen als Aufschüttung zur Baulandgewinnung genutzt.

Mecklenburg/Vorpommern hat derzeit leider noch keine nachgebaute Kogge aufzuweisen. Derzeit werden Schiffsteile einer 1997 vor Hiddensee geborgenen Kogge im Schweriner Achäologischen Landesmuseum konserviert. In fünf bis acht Jahren kann das Schiff dann wieder zusammengesetzt werden und in voller Größe gezeigt werden. Die Kieler Kogge als auch die Bremer Kogge sind repräsentative Beispiele eines Nachbaues.

Im 14. Jh. wurde die Kogge durch den Holk mit einer Tragkraft von ca. 300 Tonnen und um die Mitte des 15. Jh. durch den vom Atlantik übernommenen dreimastigen Krawel mit ca. 400 Tonnen Nutzlast ersetzt.

Ausrüstung / Leben auf einer Kogge

Die Handelsreisen mit den Koggen waren immer ein Wagnis.

1. Der Kompaß war im Norden noch nicht allgemein gebräuchlich.

2. Zur ernsten Gefahr für die Hanse wurden Seeräuber.

3. Häufig gab es handfeste Auseinandersetzungen zwischen den Seeleuten.

 

Auf den Schiffen galten eigene Gesetze. Für Vergehen wurden harte Strafen durchgesetzt. Wer z.B. die Hand gegen den Kapitän richtete, der ging dreimal unter den Kiel, und wer im Zorn die Waffe zog, dem wurde sie durch die Hand in den Mast gestoßen.

 

 

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