Hiddensee-Kogge wird konserviert

Das Kultusministerium teilte mit, daß die im vergangenen Jahr im Hiddensee geborgene Kogge durch eine Kaltwachstränkung konserviert wird. Dies geschieht in der Spezialanlage im Schweriner Archäologischen Landesmuseum, wo man alte versunkenen Schiffe und jahrhundertelang im Erdreich verborgene Holzgegenstände konserviert und wieder zusammenfügt.

nach Ostsee-Zeitung vom 25.03.1998

 

Wrack vor Wismar entdeckt

In Wismar wurde ein über 500jähriges Wrack in der Ostsee geborgen. Der Unterwasser-archäologe Thomas Förster vom Landesamt für Bodendenkmalpflege sagte, daß das um 1460 gebaute Handelsschiff wohl das älteste in Mecklenburg gefundene Wrack sei.

Das 14 Meter lange Wrack soll nun in der Schweriner Konservierungsanlage für Naßholz in den nächsten fünf bis acht Jahren mittels Heiß-oder Kaltwachs haltbar gemacht werden. Dazu reinigt man die Schiffsteile, fotografiert sie und begutachtet sie auf Schäden. In großen Edelstahlwannen werden sie dann so lange gewässert, bis sämtliche Salzwasserrückstände ausgespült sind. Erst dann werden die konservierten Einzelteile wieder zusammengesetzt und das Wrack in seiner vollen Größe gezeigt.

Entdeckt wurde das Wrack von Tauchern vor der neu aufgeschütteten Mole in Wismar-Wendorf, wo derzeit ein neuer Yachthafen entsteht. Bei dem Fund handelt es sich um ein Kielstück mit teils gut erhaltenen Planken. Auffallend ist die Klinkerbauweise.

Das koggenähnliche Küstenfahrzeug war vermutlich aus dem Baltikum nach Wismar gekommen und bei Sturm vor der Hafeneinfahrt gesunken. Dort hatten Taucher in den vergangenen Jahren Reedeplätze aus dem 14. bis 15. Jahrhundert ausfindig gemacht.

An die Wasseroberfläche holten die Archäologen rund 30 Fundstücke, darunter befanden sich ein vollständig erhaltener Zinnteller, hölzernes Eßgeschirr, Bestecke und sogar Kinderspielzeug, das wahrscheinlich aus England stammt.

Wismar ist eine sogenannte Fundgrube für heutige Forscher über die Vergangenheit.

In den vergangenen letzten 250 Jahren sind nach den Erkenntnissen der Bodendenkmalpfleger vor der Küste des heutigen Mecklenburg-Vorpommern etwa 1200 Schiffe gesunken. Hinzu kommen noch die Wracks früherer Epochen. Allein die Seegebiete rund um Rügen beherbergen wahrscheinlich mehr als 1000 alte Schiffe. Immerhin haben die Archäologen bisher insgesamt 500 Wracks ausfindig gemacht und 120 von ihnen genau untersucht.

 

nach Ostsee-Zeitung vom16.04.1998